1943 wird er vom englischen Bischof von Chichester im Auftrag des Weltkirchenrats gebeten, die Leitung der kirchlichen Betreuung der Kriegsgefangenen in England zu übernehmen. Forell wird beurlaubt und kann nach England reisen, wo zu seinen Aufgaben unter anderem Gottesdienste und die Seelsorge der Gefangenen gehört, aber auch Bücher und andere Mittel zum Zeitvertreib wollen organisiert werden. Um nicht allein bei der Betreuung der Deutschen zu bleiben, gründet Forell das sogenannte Norton Camp, in dem junge Deutsche ein später auch in Deutschland anerkanntes Theologiestudium absolvieren können.[11]
1945 War die Anzahl der Kriegsgefangenen bis zum Sommer 1944 noch relativ überschaulich, so ändert sich dies schlagartig mit der Invasion der Alliierten in der Normandie. [12]Auch weiterhin erhält er Hilfe aus Schweden, wo er mit seiner Frau das "Komitee für christliche Nachkriegshilfe" gegründet hat, obwohl er im April 1945 nach nur einem Jahr Dienst wieder beurlaubt wird und nach England zurückkehrt. Im September reist er nach Deutschland, um dort Unterstützung für seine Kriegsgefangenenarbeit zu gewinnen, aber was ihn in Aachen erwartet, übersteigt all seine Erwartungen. Er beschließt: "Es ist unmöglich, Deutschland noch länger hilf- und steuerlos zu lassen, ohne eine Katastrophe heraufzubeschwören [...]"[13] und beginnt nun parallel zu seiner Hilfe in England auch für die hungernden Deutschen in ihrer Heimat zu sammeln.
1946 gelingt es Birger Forell, eine stückweise Entlassung der Gefangenen zu erzielen. Ununterbrochen ist er dabei, Predigten über die Situation in Deutschland zu halten, sowohl in England als auch in Schweden, und dabei zum Teil beträchtliche Spenden aufzutreiben, die er auch selbst weiterverteilt. Unermüdlich reist er von England nach Deutschland und macht nur kurze Zwischenstops in Borås, um immer wieder zwischen den Deutschen und den Besatzungsmächten zu vermitteln.[14]
1947 kommt erstmals die ehemalige Munitionsanstalt Espelkamp ins Gespräch, als es um die Frage geht, wohin die entlassenen Gefangenen ziehen sollten, die in den deutschen Ostgebieten zu Hause waren. Birger Forell wird einer der Initiatoren bei der Gründung der Flüchtlingsstadt. Die zahlreichen Spenden, die er auf seinen "Bettelfahrten", wenn auch unter großen Anstrengungen, nach wie vor mobilisieren kann, fließen nun oft in dieses Projekt. Dazu setzt er sich dafür ein, dass schwedische Familien deutsche Kinder aufnehmen.[15]
1948 kehren die letzten englischen Kriegsgefangenen wieder nach Hause zurück. Doch Forell sieht seine Arbeit noch lange nicht beendet. Als man ihm Schloss Gripenberg in Schweden zur Verfügung stellt, macht er daraus ein Begegnungszentrum für Deutsche und ihre Gegner von gestern, die ebenfalls unter dem Krieg gelitten haben, um sich wieder zu versöhnen und besser kennen zu lernen. Seine Hauptaufgabe bleibt jedoch weiterhin Espelkamp, das den ersten Flüchtlingen bereits eine neue Heimat bietet.[16]
1950 kann Forell kaum noch Geld auftreiben, Gripenberg muss seine Pforten schließen. Trotzdem konzentriert er sich nicht vollständig auf "sein" Espelkamp, sondern leitet auch Spenden nach Ostdeutschland und Berlin weiter. [17]