Bilder von Birger Forell verfremdet

"Mein größter Fehler ist ein Herzfehler:
Ich habe ein zu großes Herz!
Ich will die ganze Welt darin haben und das glückt nicht so recht.
Ora pro mihi!"

Um herauszufinden, ob die Leute noch wissen, wer Birger Forell war, beschlossen wir, sowohl im Söderblom-Gymnasium als auch in Espelkamp eine Umfrage zu machen mit der Fragestellung: "Wissen Sie, wer Birger Forell war?".

Lisa A.:
Ja, ich glaube, das war ein sehr bedeutender Priester, der in Espelkamp viel bewegt hat und eine Schule ist nach ihm benannt und er ist kirchlich sehr engagiert gewesen. .

Sebastian S.:
Birger Forell war ein schwedischer Pfarrer und ich meine, sein großes Vorbild war Nathan Söderblom, der war auch schwedischer Pfarrer und auch Friedensnobelpreisträger, und Birger Forell war ein bisschen jünger als er und hat so sein Erbe, ja weitergeben oder weiterentwickelt. .

Tom H.:
Birger Forell hätte eigentlich der Namensträger dieser Schule sein sollen, er hat das aus Bescheidenheit abgelehnt und wurde dann aber dazu verdonnert, der Namensträger der Realschule zu werden. Er hat hier in Espelkamp sehr viel für die Erhaltung der Muna und die Weiterverwendung als Heimstätten für Ausländer oder Rückkehrer getan und von daher muss die Stadt Espelkamp ihm da viel Dank für zollen. .

Frau Brauneck, Stufenleiterin 12 am Söderblom-Gymnasium:
Ich weiß, dass er aus Schweden kam wie Nathan Söderblom und dass er sich auch für Flüchtlinge eingesetzt hat hier in Espelkamp, dass sie also nach dem Krieg ein Zuhause fanden und vor allem auch in ihrer religiösen Ausrichtung aufgenommen worden sind. Er hat ganz viel für die Wiedereingliederung hier in diesem Raum getan. .

Frau Seibel, Schulleiterin des Söderblom-Gymnasiums:
Ja natürlich. Birger Forell gilt als der Vater Espelkamps, weil er als Flüchtlingspfarrer einen britischen General davon überzeugen konnte, Munitionsgebäude nicht zu zerstören und weil er in seiner Gemeinde in Schweden viele Hilfsaktionen für Espelkamp gestartet hat. Darin war er seinem Lehrer Nathan Söderblom sehr ähnlich, dass er sich über nationale Grenzen hin für Notleidende eingesetzt hat. .

Lena H.:
Das klingt so nach Fisch….

Annemarie L.:
Ich gehe schon seit acht Jahren auf die Schule neben der Birger-Forell-Realschule und ich weiß nichts über den dortigen Namensgeber. .



Das Bild der Umfrage ist recht irreführend.
Während der Befragung fanden wir nämlich heraus, dass kaum noch jemand weiß, wer Birger Forell denn nun genau war und was er getan hat. Allerdings erklärten sich nur die wenigsten Leute, die mit Forells Namen nichts anfangen konnten, auch bereit, an der Umfrage teilzunehmen. Dadurch haben wir mehr Aussagen von Menschen, die Birger Forells Namen kennen, als von solchen, die es nicht tun. So entsteht der falsche Eindruck, dass Forell in Espelkamp durchaus noch bekannt ist.
So waren wir mit unserer Frage auch in mehreren öffentlichen Einrichtungen in Espelkamp, wo wir aber unserem Eindruck nach mit fadenscheinigen Entschuldigungen abgespeist wurden. Die Mitarbeiter der beiden Zeitungen waren die einzigen, die bereit waren, uns Auskunft zu geben. Unserer Meinung nach ist das beunruhigend. Nachdem Birger Forell so viel Energie, Arbeit und Herzblut in den Aufbau Espelkamps gesteckt hat, erinnert sich heute kaum noch jemand an seinen Namen, gar nicht zu sprechen von den Dingen, die er getan hat. .