1229 In einer Urkunde über den Verkauf des Zehnten wird im Namen des Ritters Thetard von "Aspelecampe" zum ersten Mal die mittelalterliche Entsprechung dessen genannt, was später als Espelkamp, erst der Gemeinde und dann der Stadt, den Namen geben wird.
1899 Durch die Eisenbahnstrecke Bünde-Rahden bekommt Espelkamp seinen Bahnhof.
1910 Espelkamp wird eine selbstständige Landgemeinde, die bis 1939 rund 1000 Einwohner zählt.
Herbst 1937 Man stellt die ersten Untersuchungen an, um zu prüfen, ob das auf dem Gebiet Espelkamps gelegene Waldstück die Voraussetzungen für den Bau einer Munitionsanstalt bietet.
1938/1939 Unter dem Namen "Mittwald" wird auf dem gefundenen Gelände mit dem Aufbau einer "Munitionsanstalt des Heeres" begonnen. Die sogenannte "Muna" besteht am Ende aus 133 massiven einstöckigen Gebäuden, die mit einer guten Infrastruktur verbunden sind. Dazu gehört auch ein Gleisanschluss an die Strecke Herford-Bassum-Bremen. Es werden in der Muna unter anderem Teile für Granaten, Geschossrohlinge und Zünder zusammengesetzt. Dazu wird sie als Lager für andere, noch nicht fertige Munitionsteile genutzt. Es war außerdem geplant, eine Füllanlage für Giftgasgranaten anzulegen, diese wurde bis Kriegsende jedoch nicht in Betrieb genommen.
1940 Zu den Muna-Gebäuden kommen nun Holzbaracken für die Arbeiter hinzu.
28. März 1945 Anderthalb Monate vor der Kapitulation Deutschlands weigert sich Major Küppers, die Muna zu sprengen.
4. April Als die zweite Britische Armee das Minden- Ravensberger-Land erreicht und besetzt, kommt sie auch in den Besitz der unzerstörten Muna.
8. Mai 1945 Kapitulation der deutschen Wehrmacht
Ab Juni 1945 Die ersten Flüchtlinge suchen Unterkunft in den Holzbaracken der Muna.
Frühjahr 1946 Nach den Beschlüssen des "Potsdamer Abkommens" soll die Muna gesprengt werden, daher rücken Sprengkommandos an; der Befehl wird jedoch nicht ausgeführt.
Bis Ende 1946 In den ehemaligen Arbeiterbaracken wird unter der Leitung des Britischen Roten Kreuzes ein Kinderheim eingerichtet. Das Ev. Hilfswerk interessiert sich zum ersten Mal für Espelkamp, man beschließt, dass ab Dezember 1946 Espelkamp wieder zurück in deutsche Hände gelangen kann. Daraufhin werden die noch gefüllten Muna-Gebäude geleert. Im Dezember wird Birger Forell zum ersten Mal kontaktiert.[45]